Wappen Sülz-Lindenthal - Entwurf Gerd Wüstner

Bürgerverein Sülz-Klettenberg-Lindenthal 

Verkehrsplanung

Ursprünge der Kölner Ausfallstrassen/Marginalen

Das Strassennetz in Köln hat seinen Ursprung in der Römerzeit, wie die nebenstehende Grafik des Römisch Gemanischen Museums  zeigt.

Die heutige Bonner Strasse hieß in der Römerzeit "Limesstrasse Süd", die heutige Luxemburger Strasse führte schon damals nach Trier und wurde "Agrippastrasse" genannt.

Wo sich heute die Aachener befindet, verlief die "Via Belgica" geradeaus bis nach Jülich und dann weiter bis Maastricht.  Die "Limesstrasse Nord" verlief dort wo sich heute Eigelstein und Neusser Str. befinden.
Römerstrassen 
Stadtmauer Köln Bis zum Bau der Mittelalterlichen Stadtmauer entwickelten sich weitere Verkehrs-und Handelswege, die fächerförmig von Köln ins Umland führten.

Da das himmlische Jerusalem 12 Stadttore hat, entschieden sich auch die Bürger im "Hillije Kölle" für den Bau einer Stadtmauer mit 12 großen Torburgen.

Damit wurde auch die Zahl der späteren Hauptverkehrswege oder Magistralen in Köln für alle Ewigkeiten festgelegt. Bis 1880 mußte sich der gesamte Warenverkehr von und nach Köln eben durch diese 12 Stadttore zwängen.

Zeitgleich mit dem Abriss der mittelalterlichen Stadtmauer entstand von 1882-1891, dort wo sich heute der innere Grüngürtel befindet der Innere Festungsring.

Auf der Innenseite dieses Festungsrings entstand auf einem Damm der Kölner Eisenbahnring. Die Arbeiten wurde 1891 mit der Eröffnung der beiden neuen Bahnhöfe Köln-Süd und Köln-West abgeschlossen.

Natürlich baute man bei Bau des Eisenbahnrings nur dort kostspielige Unterführungen, wo dies aufgrund der vorhandenen Ausfallstrassen notwendig war ...und dies auch nur so breit nie eben nötig.
 

Früher waren die mittelalterlichen Stadttore die Engstelle, heute sind es die 12 Eisenbahnunterführung aus dem 19.Jahrhundert, durch welche sich auf den Aussfallstraßen nicht nur der gesamte Bahn-und Straßenverker, sondern auch sämtliche noch Fussgänger und Radfahrer zwängen müssen.

Man muss die vorhandenen Resourcen einer Stadt optimal nutzen. Es war schon ein großer Fehler die Unterführung Zülpicher Strasse durch den Bau gegenüberliegender Bahnsteige künstlich zu verengen.

Köln hat schon genügend Verkehrsprobleme durch marode Rheinbrücken und Dauerbaustellen an Tunneln und Unterführungen im Bereich der Stadtautobahn. Bevor man mit Verkehrsexperimenten beginnt und neue Problem schafft, sollte man erst einmal die vorhandenen Probleme lösen.

Rückblick - die Zülpicher Strasse vor dem Bau der Stadtbahnhaltestellen.

Über viele Jahrzehnte hat das Nebeneinander von Radfahrern, Mofafahrern, Autofahrern und Strassenbahnen auf der Zülpicher Strasse optimal funktioniert.  Eine entsprechende Halteverbots-Beschilderung sorgte bis zum Bau der Stadtbahnhaltestellen dafür, dass morgens im Berufsverkehr allen Verkehrsteilnehmner zwei Fahrspuren stadteinwärts zur Verfügung standen. Über die Jahnstrasse und den Mauritiussteinweg konnte man von Sülz aus bis zum Neumarkt fahren.

Ab 9.00 Uhr stand die Fahrspur wieder als Parkraum zur Verfügung, so dass die Kunden der Einzelhändler tagsüber immer einen Parkplatz fanden. Nachmittags durfte dann von 15.00 bis 18.00 auf der anderen Strassenseite der Zülpicher Strasse nicht geparkt werden, damit der Verkehr stadtauswärts reibungslos lief.

Bringt die Sperrung der Zülpicher Strasse mehr Sicherheit für Radfahrer ?

Nein, denn rür Radfahrer ist die Zülpicher Strasse heute ein absoluter Albtraum.

Zwischen den Gleisen der KVB und den parkenden Fahrzeugen bleibt nur ein schmaler Streifen für Radfahrer. Stets lauert die Gefahr mit einer sich öffnenden Autotüre oder einem auf die Fahrbahn tretenden Fussgänger zu kollidieren. Fast täglich  kommen Radfahrer mit einem Rad in die Schienen und kommen zu Fall.

An den überdimensionierten Stadtbahnhaltestellen muss der Radfahrer notgedrungen eine Schiene queren und wie auf dem Bild  mittig zwischen den Gleisen fahren.

An dieser Problematik hat auch die Sperrung der Zülpicher Strasse im Rahmen des Verkehrsversuchs nicht geändert. Die Sperrung befindet sich genau dort, wo die Zülpicher Strasse so breit ist, daß die Straßenbahn einen eigenen Gleiskörper hat und daneben noch Platz für Fahrbahn, Schrägparktaschen und  separate Radwege in beiden Fahrtrichtungen ist.. 

Radfahrer an Haltestelle

Stadtbahnbau Zülpicher Strasse in den 90er Jahren - Klotzen ..nicht kleckern!

Beim Bau der Stadtbahnhaltestellen auf der Zülpicher Strasse wurden nur die Interessen der KVB berücksichtigt. Welche Auswirkung der Wegfall von Parkplätzen und die Schaffung neuer Gefahrenstellen für Radfahrer auf den Einzelhandel bzw. auf die Zülpicher Strasse als Einkaufsstrasse haben wird, dass hat damals niemanden interessiert.

Gegen den massiven Widerstand der Anwohner und trotzt einer sehr erfolgreichen Unterschriftenaktion wurde damals gebaut. Nur drei alteingesessene Fachgeschäfte haben den Niedergang der Einkaufsstrasse Zülpicher Strasse überlebt.

Die alten Strassenbahnen hatten eine Breite von 2,30m, die neuen Stadtbahnen sind 2,65 breit. Damit in der Strassenmitte zwischen zwei sich begegnenden  Stadtbahnen ausreichend Platz ist, hat man in der Strassenmitte den Abstand zwischen den Gleisen vergrößert auf diese Weise wurde neben den Gleisen der Verkehrsraum der Radfahrer beschnitten.

Die in den 90er Jahren gebauten Stadtbahnhaltestellen haben eine Bahnsteiglänge von 55m, damit hier Stadtbahnzüge in Doppeltraktion fahren können. Die Abstände zwischen den Haltestellen hat man nicht verändert, so dass der Abstand zwischen dem Bahnsteigende der Haltestelle Universität und dem Beginn des Bahnsteigs der Haltestelle Weiertal gerade einmal 200 Meter beträgt. Mit jeder dieser überdimensionierten Haltestellen wurden Gefahrenstellen für Radfahrer geschaffen.

Die größte Gefahrenstelle ist die Haltestelle Dasselstrasse direkt unter der Eisenbahnunterführung.  Hier hat man auf beiden Seiten hohe Bahnsteige gebaut. Für Radfahrer ist hier rechts der Gleise kein Platz mehr. Die Radfahrer müssen die Schiene Queren, was immer die Gefahr eines Sturzes birgt und dann mittig zwischen den Gleisen fahren. Wenn dann ein Auto oder die Strassenbahn hinter dem Radfahrer fährt, verunsichert das viele Radfahrer zusätzlich.

Die Sperrung der Zülpicher Strasse hat nichts zur Sicherheit der Radfahrer in diesem Bereich beigetragen!

Wie kann man die Verkehrssituation verbessern ?

Wenn Politik und Verwaltung das Fahrradfahren auf der Zülpicher Strasse sicherer machen wollen, dann müssen die KVB-Haltestellen auf der Zülpicher Strasse verlegt und neue Haltestellen mit Mittelbahnsteigen wie auf dem Höninger gebaut werden. Auf diese Weise könnte man auch das gefährliche Nadelöhr, die Unterführung Dasselstrasse entschärfen.

Ein Mittelbahnsteig bietet den Vorteil, dass die Strassenbahn auf der linken Autospur fährt und rechts von dieser Autospur genügend Platz für einen ausreichen breiten Fahrrad Schutzstreifen bliebe. Die nachstehende Grafik zeigt das Konzept eines Mittelbahnsteiges auf Höhe der Häuser Zülpicher Strasse 56-58.

Umbauvorschlag für die Haltestelle Dasselstrasse.



Gelb markiert - Fussgänger
Grün markiert - Radweg/Radfahrer Schutzzone

Der PKW müßte wie bisher hinter der Bahn halten, die Radfahrer könnten aber auf dem Schutzstreifen an der Bahn vorbei fahren.

An jedem Ende des Bahnsteigs würde ein Zebrastreifen eine sichere Querung der Strasse ermöglichen.

Über den neu geplanten Tunnel im Bahndamm  gäbe es auch eine gute Anbindung zur S-Bahn

Auch die Bahnhaltestelle Universitätsstrasse könnte man besser gestalten

Derzeit nutzt die KVB hier einen eigenen Gleiskörper. Zumindest in Fahrtrichtung stadteinwärts würde bei einem Mittelbahnsteig hier von Autos+Strassenbahnen der gleiche Verkehrsraum genutzt.  Somit stände dann ausreichend Platz zur Verfügung um neben dem Bürgersteig einen Parkstreifen zu schaffen, welcher tagsüber ausschließlich als Ladezone und für Kurzzeitparken genutzt werden darf.  In den Nachstunden stände dieser Bereich den Anwohnern als zusätzlicher Parkraum zur Verfügung steht.  

Umbauvorschlag für die Haltestelle Universitätsstrasse

Zwischen dem Bahnsteig und dem Parkstreifen bliebe ausreichend Platz für eine Fahrradspur (grün), sowie für eine Spur welche sich Strassenbahn und Autos teilen.

Das Endgleis für die Linie 9 könnte man direkt neben das stadteinwärts verlaufende Gleis verlegen.

Damit wäre auf der anderen Seite der Grünfläche Platz für Parkplätze welche ausschließlich Elektroautos oder Car-Sharing Fahrzeugen zur Verfügung stehen.

 Welchen Grund hat die Sperrung der Zülpicher Strasse

Wurde die Zülpicher Strasse gesperrt  ...um den Inneren Grüngürtel zu schließen?

Der Grüngürtel ist in Köln so etwas wie eine "Heilige Kuh". Aus diesem Grunde ist der 1.FC Köln trotz aller Popularität auf so viel Wiederstand gestoßen als es darum ging seine Sportanlagen im Äußeren Grüngürtel zu erweitern.

Wenn man ehrlich ist, dann kann man an dieser Stelle den Grüngürtel nicht schließen, da es in diesem Bereich keine Alternative zur jetzigen Gleisführung der Linie 9 gibt. Die Stadtbahn wird dort während des Semesters weiterhin in beide Richtungen im 10 Minuten Takt fahren.

Mehr Sicherheit für Radfahrer und Studenten ?

Von verschiedenen Befürwortern der Sperrung wurde immer wieder das Argument gebracht, dass es durch die Sperrung mehr Sicherheit für Radfahrer und für die Studenten beim Überqueren der Zülpicher Straße gibt.

Die Zentralmensa hat in den 70er Jahren Ihren Betrieb aufgenommen. Obwohl auf der gegenüber liegenden Straßenseite ein Kindergarten, sowie die Fakultätsgebäude der Geologie, Biologie und Physik sind, gibt es vor der Mensa noch nicht einmal einen Zebrastreifen.

Nun, wo laut Masterplan der Uni Köln der Abriss der Mensa innerhalb der nächsten 5-7 Jahre ansteht, baut man keinen Fussgängerüberweg, sondern sperrt nun dort für mehr Sicherheit direkt die ganze Strasse? 

Die wahren Gründe für die Sperrung findet man im Masterplan der UNI Köln

Der Masterplan der Uni Köln offenbart die Expansionspläne der Universität.

Der zukünftige Zentralcampus West soll über die Kerpener Strasse hinaus bis an die Zülpicher Strasse gehen. Die Zülpicher Strasse zwischen Universitätsstr. und Dasselstr. ist für die Planer der Uni schon heute "Geschichte!"


Campus

Mehr Details zu dfen Plänen der Uni Köln gibt es hier  - Download Masterplan Uni Köln

Welchen Vorteil bringt die Sperrung also für die UNI Köln ?

Wenn ich heute einen Baum fälle, dann muss ich eine Ersatzpflanzung vornehmen. Wenn man den Masterplan der Uni genau betrachtet, dann wird man feststellen, dass von der Bachemer Strasse bis zur Luxemburger Strasse entlang des Zülpicher Wall und des Luxemburger Wall riesige Gebäudekomplexe auf Flächen gebaut werden sollen, die heute zum Landschaftsschutzgebiet Innerer Grüngürtel gehören.

Soll die Zülpicher Strasse geopfert werden, damit man dort Grünflächen schaffen kann als Ersatzpflanzung für die Teile Grüngürtel die man bebauen will ?  Man kann es bisher nur vermuten !

Auswirkungen der Sperrung?

Fragwürdige Ergebnisse/Entscheidungsgrundlage aufgrund fehlender bzw. mangelhafter Vorher/Nachher Analyse

Einen Verkehrsversuch nur anhand von stichprobenartig durchgeführten Fahrzeugzählung zu bewerten mag in den 60er und 70er Jahren funktioniert haben. "Die Grünen" haben seit Beginn der 80er Jahre viel dazu beigetragen, dass sich in Deutschland ein Umweltbewußtsein entwickelt hat und man heute bei jeder Maßnahme auch die Umweltbelastung und die Umweltverträglichkeit prüft.

In einer Zeit wo beinahe täglich nicht nur über Feinstaubbelastung, sondern auch über Stickoxydewerte  berichtet und diskutiert wird, ist es unverständlich, dass die Grünen einen Verkehrsversuch starten und unterstützen, bei dem die Veränderung der Lärm und Abgasemmissionen nicht dokumetiert wird.

Man hätte vor Beginn des Versuchs Umweltmess-Stationen auf der Lindenstrasse, Luxemburger Strasse und einigen markanten Knotenpunkten aufstellen müssen um festzustellen, welche Auswirkung die Mehrbelastung auf die Lärm-und Luftemmissionen hat.

Welche Auswirkungen die Sperrung  auf Wohnstrassen wie Kringsweg, Robert-Koch-Str. oder Josef Stelzmann Strasse hat, welche sich teilweise zu starkbefahrenden Ausweichstrecken entwickelt haben, darüber hat keiner vorher nachgedacht.

Warum die Politik dem Vorschlag der Verwaltung vor Beginn des Versuchs eine Machbarkeitsstudie durchzuführen nicht gefolgt ist und ohne eine tragfähige Entscheidungsgrundlage zu haben Fakten geschaffen hat, ist nicht nachvollziehbar.

Gewinner & Verlierer

Nach Darstellung der Befürworter dieser Sperrung belegen die Verkehrszählungen, daß die Sperrung wesentlich dazu beiträgt die Verkehrsprobleme rund um den Zülpicher Platz zu lösen. Der am Rathenauplatz wohnende Bezirksbürgermeister Innenstadt Herr Hupke spricht im Rahmen der Infoveranstaltung zur Sperrung Zülpicher Str.davon, dass die Sperrung dem Studentenviertel mehr Lebensqualität gebracht hätte und er persönlich sich jetzt beim Brötchenholen mit dem Fahrrad auf der Zülpicher Strasse sicherer fühlen würde.  

Betrachtet man das Ergebnis dieser Sperrung objektiv, so werden damit Verkehrsprobleme und Umweltbelastung von der Innenstadt nach Sülz, Klettenberg und Lindenthal verlagert.

Berufspendler aus den Vororten bzw. aus dem Kölner Umland, die bisher wegen schlechter oder fehlender ÖPNV Verbindungen für den tägliche Weg zur Arbeit auf das Auto angewiesen sind, werden wegen einer gesperrten Strasse nicht auf Ihr Auto verzichten. Diese Menschen weichen auf andere Strassen aus, umfahren die Sperrung großräumig oder zum Leidwesen der Anwohner auf Schleichwegen quer durch einstmal ruhige Nebenstraßen in Sülz, Klettenberg und Lindenthal.

Will man mündige Bürger zum Verzicht auf das Auto bewegen, dann funktioniert dies nur, wenn man ein leistungsfähiges Nahverkehrsnetz schafft, welches nicht am Grüngürtel endet.

Zu den Verlierern dieses Verkehrsversuchs gehören nicht nur alle Pendler, die durch die Sperrung täglich Umwege fahren müssen oder in länger in Staus stehen. Zu den Verlierern gehören auch die Bürger entlang der Ausweichstrecken in Sülz, Klettenberg und Lindenthal , die seit Beginn der Sperrung mit zusätzlichen Lärm-und Schadstoffemmisionen leben müssen.

Längere Fahrstrecken und Fahrtzeiten für Rettungsfahrzeuge

Die Hilfsfrist gilt als Qualitätsmaß für den Rettungsdienst. In NRW liegt diese Hilfsfrist in Ballungszentren bei 8 Minuten, auf dem Land sind es 12 Minuten.

Die Zülpicher Strasse ist nicht nur eine traditionsreiche Ausfallstrasse, die Zülpicher Strasse ist auch ein wichtiger Rettungsweg den bis zur Sperrung tagtäglich eine Vielzahl von Krankenwagen und Rettungswagen nutzten, um Patienten aus dem Innenstadtbereich in die Universitätskliniken Lindenburg oder in das EVK Weiertal zu transportieren.

Mit der Sperrung dieser Strasse müssen Rettungsfahrzeuge Umwege fahren. Dabei können aufgrund der Verkehrslage auf den Ausweichrouten im Falle eines Herzinfarks, Schlaganfalls oder Gehirnschlag wichtige Sekunden und Minuten verloren gehen, welche über Leben oder Tod, bzw. Heilung oder Pflegefall entscheiden können. 

Der reale Erreichungsgrad der Hilfsfrist in einem Gebiet kann nachträglich anhand von Einsatzstatistiken festgestellt werden.

Da es genügend Einsatzberichte aus der Zeit vor der Sperrung geben sollte und die für 3 Monate angekündigte Sperrung nunmehr schon über ein Jahr andauert, könnte man mit großer Genauigkeit errechnen um wie viele Minuten sich die Fahrzeit von Krankenwagen/Rettungswagen auf dem Weg zur Lindenburg bzw. zum EVK Weiertal seit Beginn der Sperrung verlängert hat.

Wiedersprüchliche Planungen  ....so wird aus der Sperrung ein Schildbürgerstreich!

Radschnellweg Köln-Frechen  Laut einem Bericht im Kölner Stadtanzeiger  wurde bereits im November 2013 beschlossen eine 8,4 Kilometer lange Radfahrschnellroute von der Kölner Innenstadt bis nach Frechen zu bauen.

Wie es in dem Bericht weiter heißt soll der neue Radschnellweg an keiner Stelle schmaler als 4 Meter sein. Die Radfahrer sollen eine Bevorrechtigung gegenüber dem Autoverkehr erhalten, damit die Nutzer des Radschnellweges auf einer "Grünen Welle" schneller voran kommen.
Die Route soll eine Bevorrechtigung gegenüber dem Autoverkehr erhalten, damit die Nutzer auf einer „Grünen Welle“ schneller vorankommen. – Quelle: http://www.ksta.de/25164498 ©2017
Die Route soll eine Bevorrechtigung gegenüber dem Autoverkehr erhalten, damit die Nutzer auf einer „Grünen Welle“ schneller vorankommen. – Quelle: http://www.ksta.de/25164498 ©2017


An der Kreuzung Universitätsstrasse/Bachemer Str. soll eine zusätzliche Radverkehrsfurt entstehen ...alles tolle Ideen!
Die Kreuzung Innere Kanalstraße und Bachemer Straße wird voraussichtlich um eine Radverkehrsfurt erweitert. Am Knotenpunkt Bachemer Straße, Hans-Sachs-Straße, Immermannstraße und Classen-Kappelmann-Straße am St.-Hildegardis-Krankenhaus soll ein komplexer Kreisverkehr eingerichtet werden. – Quelle: http://www.ksta.de/25164498 ©2017

Die Route soll eine Bevorrechtigung gegenüber dem Autoverkehr erhalten, damit die Nutzer auf einer „Grünen Welle“ schneller vorankommen. – Quelle: http://www.ksta.de/25164498 ©2017
...und dann sperrt man die Zülpicher Strasse und leitet damit einen Großteil des Verkehrs genau auf die Trasse des geplanten Radschnellwegs. Die Bahnunterführung Lindenstrasse ist rund  9 Meter breit ...davon werden zukünftig 4 Meter für den Radschnellweg benötigt!

Das funktioniert nur, wenn man die Sperrung Zülpicher Strasse aufhebt und  aus der Lindenstrasse zwischen Dasselstrasse und Zülpicher Wall eine Einbahnstrasse macht.
Ein Radschnellweg entlang der Bachemer Landstrasse/Bachemer Strasse ist grundsätzlich eine gute Idee. Im Bereich des inneren Grüngürtels könnte man dafür die alte Trasse der Bachemer Strasse nutzen.  

Unabhängig von der Umsetzung dieses Plans könnte man schon heute dafür sorgen, dass mehr Radfahrer stadtauswärts ab der Unterführung Lindenstrasse den asphaltierten und beleuchteten Fahrradweg im Inneren Grüngürtel nutzen.

Bisher gibt es in Verlängerung dieses Überganges aber keinen direkten Radweg (Radverkehrsfurt) quer über die Universitätsstrasse, daher fahren die meisten Radfahrer lieber auf der Strasse.

Eine zusätzliche Ampelanlage an dieser Stelle würde nicht nur Radfahrern und Fussgängern eine sichere Überquerung der Universitätsstrasse ermöglichen.  Auch Fahrzeugen die vom Krankenhaus kommen würde das sichere  Einbiegen in die Universitätsstrasse ermöglicht.

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Neue Gefahrenstellen für Radfahrer und Fußgänger auf den Ausweichrouten

Im Radverkehrskonzept für die Kölner Innenstadt stellen die Planer richtigerweise fest, dass die meisten Unfälle zwischen Fahrradfahrern und Autos aus Einbiege-oder Kreuzungssituationen entstehen. Bei 90% der "Rechtsabbiege-Unfälle" trifft laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) den Autofahrer die Schuld. 

Angesichts dieser Zahlen ist es unverständlich warum man durch die Sperrung und die fehlende Ausschilderung von Umleitungsstrecken die Radfahrer auf den Radwegen rund um die gesperrte Zülpicher Strasse einem höheren Unfallrisko aussetzt.

Wie auch ein Jahr nach Beginn der Sperrung täglich beobachtet werden kann, gibt es immer wieder ortfremde Fahrer die vom Navi in den gesperrten Teil der Zülpicher Strasse geschickt werden. Die Fahrer sind danach verunsichert, irritiert oder sogar verärgert. Da es keine ausgeschilderte Umleitung gibt sind die Fahrer durch die Suche nach einer Umfahrung abgelenkt ...für Radfahrer kann dies tödliche Folgen haben!

Gefahrenstelle - Kreuzungsbereich Zülpicher Str. / Universitätsstr. / Kerpener Str.

Aufgrund der Sperrung muss der Verkehr stadteinwärts hier entweder rechts oder links abbiegen.

Dabei müssen PKW und LKW  jeweils stark frequentierte Radwege und Fußgängerüberwege kreuzen.

Wer Unfallstatistiken kennt, weiß das die meisten tödlichen Unfälle zwischen Radfahrern und Autofahrern aus solchen Abbiegesituationen entstehen.

Wie die Informationsveranstaltung zum Thema Sperrung Zülpicher Strasse zeigte ist Politikern und Planer zur Verbesserung dieser Situation innerhalb eines Jahres nicht mehr eingefallen als der nachfolgende Lösungsansatz

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Auch wenn unser Ziel die Aufhebung der Sperrung ist, macht es Sinn diese Gefahrenstelle zu entschärfen.

Wenn man diesen Zebrastreifen um 50 Meter in Richtung Universität an die Ampelanlage Kerpener Strasse verlegt, dann ist das Problem gelöst.

Allerdings müßte die Verkehrsinsel in der Mitte der Universitätsstrasse dann mit einem Zaun versehen werden, damit die Fußgänger und Radfahrer auch den neuen Überweg benutzen.

 

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Gefahrenstelle Kreuzungsbereich Bachemer Str. / Universitätsstr.

Die Universität Köln hat erst vor wenigen Wochen auf der Universitätsstrasse den kompletten Baumbestand im Grünstreifen vor dem WISO Gebäude abholzen lassen

Man will an dieser Stelle den Bürgersteig und den Radweg verbreitern um mehr Sicherheit für Fussgänger und Radfahrer zu schaffen.

Schade um die Bäume..aber wenn es um die Sicherheit von Menschen geht müssen auch im Grüngürtel Bäume weichen.

Die Abbiegesituation dort war schon vor der Sperrung Zülpicher Strasse ein großer Gefahrenpunkt.

Der Radweg verläuft parallel zur Abbiegespur. Für die Fahrer von LKW oder Kastenwagen kommen die Radfahrer genau aus dem toten Winkel. 

Da viele Fahrradfahrer hier den Überweg in beide Fahrtrichtungen benutzen zusätzlich einige Radfahrer die von rechts aus den aus den Grünanlagen kommen unvermittelt  auf den Überweg einschwenken hat man als Autofahrer nicht Augen genug.

Auch hier ist Politik und Verwaltung innerhalb eines Jahres keine bessere Lösung eingefallen als die Ampelschaltung zu überprüfen.

Entlastung bringt hier zunächst einmal eine sofortige Aufhebung der Sperrung. Trotzdem muss hier auch mit Blick auf den geplanten Radschnellweg eine bauliche Lösung gefunden werden, welche die Situation entschäft.

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Es gibt noch eine große Zahl von weiteren Kreuzungen und Einmündungen, wo die Fahrzeuge welche die Sperrung umfahren Radwege und Fusswege kreuzen. Mit Sicherheit gibt es auch schon Unfallstatistiken die Belegen, dass auf den Ausweichstrecken die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr signifikant gestiegen ist .

Die Sperrung schafft rechtsfreien Raum auf der Zülpicher Strasse

Der gesperrte Bereich der Zülpicher Strasse gehört, ebenso wie der Zülpicher Wall in den Zuständigkeitsbereich der Polizeiwache Rhöndorfer Strasse. Die Zuständigkeit der Polizeiwache Innenstadt beginnt erst hinter der Eisenbahnunterführung.

Vor der Sperrung fuhren regelmäßig Streifenwagen aus Sülz über die Bachemer Strasse bis zur Eisenbahnunterführung, bogen dort in den Zülpicher Wall ein und fuhren anschließend über die Zülpicher Strasse wieder zurück. In den vergangenen Jahren stand regelmäßig ein Streifenwagen an der Einmündung Zülpicher Wall / Zülpicher Strasse. Einerseits kassierten die Beamten fleissig Bußgeld von allen Verkehrsteilnehmner die von der Dasselstrasse oder Moselstrasse stadtauswärts in die Zülpicher Strasse eingebogen waren, zum anderen zeigte man Präsenz und hatte die Alkohol-und Drogenszene im Blick.

Heute beschränkt die Polizei Ihre Aktivitäten darauf an der Einmündung Zülpicher Wall/ Bachemer Str./ Lindenstrasse Knöllchen für falsches abbiegen zu schreiben bevor dann auch die Polizei verbotswidrig stadtauswärts in die Bachener Strasse einbiegt.

Die Drogen-und Alkoholszene inklusive den unschönen Begleiterscheinungen wie dem aggressiven Anbetteln von Passanten etc. bleibt unbehelligt und hat sich auf dem Universitätsgelände beiderseits der Zülpicher Strasse festgesetzt.

Das Gebäude-und Liegenschaftsmanagement der Universität Köln hat einerseits erkannt, dass die Zustände auf der Zülpicher Strasse dem Image der Universität Köln schaden. Den Campus an dieser Stelle einzäunen um damit auch der extremen Vermüllung des Geländes und der Wildpinkelei entgegenzuwirken will man aber vermeiden.

 ...ein weiteres Argument für die Aufhebung der Sperrung - die anstehende Sanierung der Eisenbahnunterführungen Lindenstr. / Zülpicher Str. / LuxemburgerStr.                  

Die Stadt Köln wurde ab 1815 von den Preussen zu einer Festungsstadt ausgebaut. So entstand auf der Fläche des heutigen inneren Grüngürtels ein Festungsring auf dessen Innenseiten die Wallstrassen ( Zülpicher Wall, Eifelwall, Luxemburger Wall etc. ) verliefen. Aufgrund der mittelalterlichen Stadtmauern konnte keine Bahntrasse quer durch Köln gelegt werden, so entstand der Eisenbahnring um Köln, so wie er heute noch existiert.  

Die Eisenbahnbrücken über die damaligen Ausfallstraßen waren für die damaligen Verkehrsverhältnisse großzügig konzipiert. Heute sind diese Eisenbahnunterführungen Nadelöhre, durch die sich Autos, Radfahrer, Fußgänger und manchmal auch noch die Strassenbahn zwängen müssen.

Das größte Problem dieser Eisenbahnunterführungen ist aber der bauliche Zustand. Alle Brücken stammen aus etwa der gleichen Zeit und befinden sich in gleich schlechtem Zustand. Der damals verwendete Baustahl hatte einen höheren Kohlenstoffanteil. Das Material läßt sich daher bei Reparaturen nur sehr schlecht schweissen und ist auch statisch schwer zu berechnen.

Die Bahn würde am liebsten die kostengünstigste Lösung Abriss/Neubau praktizieren, die Politik möchte die Denkmalgeschützten Brücken erhalten. Wenn eine dieser Brücken saniert wird, dann muss man den Verkehr durch andere Brücken umleiten – von daher wäre es clever gewesen den Verkehrsversuch zeitgleich mit der Sanierung der Brücke Zülpicher Strasse durchzuführen.

Wenn eine die Brücken in naher Zukunft saniert wird, dann muss der Verkehr zumindest in einer Fahrtrichtung durch eine der anderen Unterführungen umgeleitet werden. Sperrt man die Zülpicher Strass dauerhaft, so beraubt man sich als Stadt selber jeglicher Optionen. .

Umweltszone Köln / Dieselverbot im Innenstadtbereich

Derzeit ist Euro 6 bzw. ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge im Innenstadtbereich in Köln kein Thema. Egal ob Euro 6, Euro 7 oder Euro 8 ..die Fahrzeuge die heute noch als umweltfreundlich gelten werden dann auch alte Stinker sein.

Da sich Köln keinen totalen Verkehrskollaps leisten kann, wird es dann eine zweigeteilte Umweltzone in Köln geben. Es wird im Stadtkern eine verschärfte blaue Euro 6 Umweltzone oder Dieselverbotszone geben, welche dann –so wie die erste alte rote Umweltzone- für die Innenstadt ..also den Bereich innerhalb des Kölner Eisenbahnrings gilt.  

Mit Blick auf den beschlossenen Radschnellweg bleibt an der Éinmündung Zülpicher Wall in die Bachemer Strasse/Lindenstrasse nicht genug Platz zum einen LKW der nicht unter der Brücke durchpasst oder nicht in die kommende Dieselverbotszone einfahren zu wenden. Vor der Sperrung konnten solche LKW über den Zülpicher Wall und die Zülpicher/Kerpener Str. problemlos wieder zurück auf die Universitätsstr. fahren  Durch die Sperrung ist diese Umfahrung /Rückführung blockiert.

Strassenbahn / Busersatzverkehr

Auf der Zülpicher Strasse fahren die Bahnen tagsüber im 10 Minuten Takt. Daher wird es hier immer eine Gefährdung von Fussgängern und Radfahrern durch den Strassenbahnverkehr geben.

Es wird nie möglich sein die Zülpicher Strasse komplett in eine Grünfläche zu verwandeln oder wie den stilgelegten Teil der Dürener Strasse für Freizeitaktivitäten zu nutzen.

Bei der KVB gibt es auch immer wieder mal wieder Betriebsstörungen durch technische Probleme, Baustellen oder Unfälle. Durch eine Sperrung wäre ein Schienenersatzverkehr mit Bussen nicht mehr möglich.

 

Elektromobilität

Wenn Politiker heute über Autoverkehr sprechen, dann beziehen sich viele Aussagen ausschließlich auf Automobile mit Verbrennungsmotor. Sperrungen wie die der Zülpicher Strasse treffen allen Automobile ..also auch solche mit umweltfreundlichen Elektro oder Hybridantrieb.

Die derzeitige Verkehrspolitik in Köln  erinnert stark an die „Bilderstürmerei zur Zeit der Reformation“. Im Glauben, daß das Fahrrad die einzige Alternative zum Automobil ist, bleiben alternative Antriebstechniken wie Elektroantrieb, Hybridfahrzeuge oder Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnik komplett unberücksichtigt.  Man will Bewohnerparkplätze ersatzlos abschaffen, anstatt dort Stellplätze mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu bauen.

Es ist an der Zeit, dass die für die derzeitige Verkehrspolitik verantwortlichen Politiker ihr schwarz-weiss Denken beenden und bei Ihren Entscheidungen berücksichtigen, dass es neben dem Fahrrad auch andere Möglichkeiten gibt sich umweltfreundlich oder umweltverträglich fortzubewegen.

 

 

 

Der Bau der Stadtbahnhaltestellen auf der Zülpicher Strasse ist der beste Beweis dafür, dass man auch eine funktionierende Einkaufsstrasse kaputt sanieren kann.

Mit Sicherheit ist die Verkehrssituation auf der Berrenrather Strasse zu gewissen Uhrzeiten wuselig, aber das Nebeneinander von Autofahrern, Radfahrern und Fussgängen funktioniert. 

Man könnte nun sagen .."never change a running system".

Aber dies wäre auch falsch! Wenn man auf der Berrenrather Str. etwas ändern will, dann geht da nur gemeinsam mit den Bürgern, den betroffenen Hauseigentümern und Einzelhändlern.

Die Menschen kaufen dort ein, wo man schnell parken oder kurz halten kann. Wenn man dies durch bauliche Veränderungen unterbindet, dann fahren die Kunden weiter zu den Discountern mit eigenen Parkhaus oder großen Kundenparkplätzen.

 

 2017-06-22 Wü